Ursula Schmidts Urlaub (oder: wie vertrottelt ist das Deutsche Volk)

Also, mal angenommen ich hätte ein Auto, für das ich nichts bezahlen muss wenn ich damit zu Arbeit fahre (was ungefähr auf die Mehrheit der Bevölkerung zutrifft), und dann 2500 Kilometer in den Urlaub fliege, was mache ich dann? Als kleiner Junge der ich nunmal bin, denke ich: “Hmm, ich könnte einfach mal ausspannen und vielleicht baden oder so”. Nichtso unsere vorbildliche Bundesgesundheitsministerin Ursula Schmidt.

[kommen Sie näher, kommen Sie ran]

Wenn man in den Urlaub fährt/fliegt/geht/kriecht etcpp, plant der Betreffende einen Tag für die ANreise und einen Tag für die ABreise ein. Das sind schonmal zwo Tage, für die man Urlaub nehmen muss, man aber effektiv natürlich keine Erholung hat. Was wäre aber, wenn man mittendrin, sozusagen am Urlaubsort arbeiten könnte? Es wäre ja sozusagen perfekt, man hat den Urlaubsort, das Wetter, ja sogar eine gewisse Leichtigkeit kann ich mir vorstellen. Das Schöne: für einen Vortrag von bestimmt nicht mehr als zwo Stunden spart man sich quasi einen ganzen Urlaubstag. Geschickt eingefädelt. Da juckt einen doch die Tatsache, dass für diesen enormen Arbeitsaufwand der gepanzerte Dienstwagen 2500 Kilometer nach Spanien überführt werden muss (auf wessen Kosten? Richtig! Steuerzahlers Beutelchen wird mal wieder belastet) recht wenig, nicht wahr? Schließlich machen Deutschlands Politiker (oder deren Ehegatten)  gerne mit Dienstfahrzeugen Fahrten im nicht so ganz dienstlichen Rahmen. Süssmuth, (von allen Vorwürfen freigesprochen den Wagen zum Umzug ihrer Tochter in der Schweiz verwendet zu haben – nur…was macht die Mautplakette in der Scheibe?) stellte ihren Wagen zumindestens ihrem Mann zum Einkaufen zur Verfügung. Martin Bangemann hat sich auch gerne im Ausland herumfahren lassen, ja sogar angeblich zwo seiner Chauffeure als Hausmeister in Frankreich beschäftigt. Da wirkt die noch nicht solang zurückliegende Geschichte von Frau Hohlmeier (Kinder werden mit dem Dienstwagen zur Schule chauffiert) ja direkt belanglos. Naja, und Frau von der Leyen (aka Zensursula) fiel auch nicht nur mit ihrem Aktionismus auf. Wie man sieht, steht Missbrauch bei Ministern hoch im Kurs.

Die Frage ist nur: Warum werden solche Leute nicht abgesetzt? Warum verliert der Bürger nicht das Vertrauen in die Politik und fordert strenge Richtlinien für Dienstfahrzeuge? Was hat eine Gesundheitsministerin im Ausland dienstlich zu suchen? Wofür gibt es den Aussenminister? Und…warum meckert jeder und wählt dann doch die Etablierten? Anscheinend ist es viel anstrengender vom Wahlrecht (mit Hirn) Gebrauch zu machen als einfach sich einen Monat aufzuregen. So merkt jeder Politiker: “Hey, die wählen mich ja trotzdem, egal wie viel Mist ich veranstalte.” Bei der Kindererziehung nennt man sowas inkonsequent.

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Autor: Lenzi
Vom: Montag, Juli 27th, 2009 um 14:10 in der Kategorie Allgemeines. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder den Trackback nutzen.

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